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05.09.2007
Nora Günther stellte ihren ersten Roman vor - Entführt in eine Zeit der Verdammnis
 
Mühlberg. Die RUNDSCHAU hatte angekündigt: «Ein Buch will die Leser im Elbe-Elster-Land erobern!» Der kleine Saal im Mühlberger evangelischem Gemeindehaus war denn auch prall gefüllt, als die Autorin Nora Günther aus Prestewitz zunächst etwas zaghaft vor ihr neugieriges Publikum trat.


Nora Günther begann mit hoher Stimme aus ihrem Erstlingswerk zu lesen – vielleicht etwas zu hastig, wie mir schien. Doch man spürte sofort, mit welcher Hingabe sie dem Personenkreis in ihrem historisch angelegten Roman verfallen war: dem Mühlberger Amtsrichter Paul Günther, Ratsmitglied Matthes Erdmann, Bürgermeister Oßwald Müller, Jo, Brix, Caspar und all die anderen Figuren einer kunstvoll verstrickten Handlung.


Der Leser wird in die ferne Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) zurückversetzt, als die Schweden in die Religionskriege eingriffen und in Deutschland einfielen. Das gemeine, arme Volk war den Drangsalen des Krieges schutzlos ausgeliefert. Die von den entmenschten Soldatenhorden begangenen Grausamkeiten waren schrecklich: Brandschatzungen, Mord und Totschlag, Gewalt gegen Frauen und Kinder, Folter und der berüchtigte Schwedentrunk. Von all dem ist in Nora Günthers Roman zu lesen. In einem flüssigen Schreibstil, mit poetischen Bildern reichlich gespickt, entführt uns die gewiss sehr talentierte Autorin in eine Zeit der Verdammnis. Die Stärke des Romans liegt in seiner Authentizität. Die geschichtlichen Fakten stimmen und gruppieren sich um Orte, die in unserer Region liegen: Mühlberg und Bad Liebenwerda, Wahrenbrück, Uebi gau und Schlieben, Schilda, Belgern und Torgau.


Das 336 Seiten umfassende Buch in Hardcover (ISBN 978-3940635-00-6, Preis 19,95 Euro) wurde im kleinen Herzberger Verlag «BücherKammer» verlegt. Es ist der sympathischen Stephanie Kammer zu danken, dass sie bisher unbekannten Autoren die Möglichkeit bietet, ohne eigene finanzielle Belastungen heimatkundliche Literatur zu veröffentlichen. Der Roman «Sturm der Verdammnis» ist sehr zu empfehlen, vor allem jenen, die geschichtlich interessiert sind.


D. Lehmann
Presse Nora Günther beließ es nicht beim Vorlesen. Begleitet vom Geigenspiel der Musikschülerin Sabine Brauchmann aus Bad Liebenwerda, trug sie in heller Altstimme zeitgemäße Lieder vor, was mit viel Applaus honoriert wurde.
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Es gibt Gedanken und Empfindungen, die auf fettem Boden nicht wachsen.
Matthias Claudius
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