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29.04.2009
Auf eigene Faust
 
Eigentlich hat ihr Held Konrad schon mehr als genug damit zu tun, sich im Frühsommer 1990 mit der neu gegründeten Sanitärfirma am Markt zu etablieren. Für seine Frau Gundela und die kleine Tochter Julia bleibt kaum Zeit, bis die Umstände ihn zwingen, sich intensiv mit der Familie und den Nachbarn zu befassen. Denn nach dem Tod seiner Frau wird er selbst zum Ermittler, um den Fall schneller und gründlicher aufzuklären, als die Polizei. Konrad zählt in deren Augen zu den Verdächtigen. Nun will er beweisen, dass er unschuldig ist.
Nora Günther lässt ihren Leser lange im Dunkeln tappen. Sie legt Spuren und verwischt sie wieder, der Kreis der Verdächtigen ist groß und letztendlich könnte es auch ein Unfall gewesen sein. Am lebendigsten ist ihr die Figur der Julia gelungen. Die Schulanfängerin, die mit dem Tod der Mutter klarkommen muss, bleibt ein munteres Kind, das lange nicht glauben will, dass die Mama nie mehr nach Hause kommen wird. Nach und nach erkennt sie doch die Realität an und geht auf ganz eigene Art damit um. Wer Hoyerswerda kennt, wird den Roman vermutlich mit anderen Augen und mit besonderem Gewinn lesen. Aber auch alle, denen die Stadt fremd ist, finden sich leicht in die Gegebenheiten und auch ihnen sei dieser Krimi ans Herz gelegt. Der Rummelplatz, die Eigenheimsiedlung, das Neubauviertel oder das Gewerbegebiet, das gerade erst erschlossen wird, das sind alles Schauplätze, wie es sie in vielen ostdeutschen Städten gibt. Die Autorin hat den Roman mit einigen Fotos angereichert, die Hoyerswerda zur DDR-Zeit zeigen.

Carmen Winter
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Wenn ich ein Buch zum zweiten Male lese, entdecke ich die Farben der Vorurteile, die es mir beim ersten Male austrieb.
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