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24.10.2009
Die Stadt Mühlberg wünscht sich den zweiten Teil
 
Im Juni 2008 erschien der historische Roman „Sturm der Verdammnis“, im Oktober 2008 der Kriminalroman „Ohne Vorwarnung“ und vor wenigen Tagen der historische Roman „Aribo“. Durch die Vorstellung ihrer Bücher ist sie ihren Fans mittlerweile bestens bekannt und wird nicht selten auf der Straße angesprochen. Sie nimmt es gelassen, steht mit beiden Beinen auf dem Boden und ist, wenn kein Zeitdruck besteht, immer für ein Schwätzchen bereit. Nora Günther, 42 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, hat keine Allüren. Sie redet gern, lacht viel und liebt Kakao.
Ebenso gern gibt sie montags ihren Schreibkurs in der Volkshochschule, singt dienstags leidenschaftlich im Uebigauer Frauenchor, trainiert mittwochs bei Grün-Weiß Thalberg, verstärkt donnerstags den Kurstadtsingkreis und fühlt sich freitags prima bei ihren Lesungen aufgehoben. Und dazwischen agiert auch im Hause Günther der ganz normale Alltag mit Kindern, Hausputz, Einkaufen, Elternabenden und studenlangen Sitzungen mit Co-Autor und Ehemann Gerd Günther. Nora Günther schätzt die Akribie ihres Mannes für Zahlen und Fakten, ist sauer, wenn er mit einem Schlag zehn Seiten für umsonst erklärt, und ist ihm dankbar für die Disziplin, die er ihr aufzwingt.
„Ich habe Hochachtung vor Tageszeitungsschreibern“, erklärt sie. „Die müssen jeden Tag aktuell mehrere Seiten füllen. Wobei ich mir natürlich auch ein Zeitlimit auferlege, allerdings oder zum Glück mit Puffern“, lacht sie beim Erzählen. „Es gibt Tage, da schreibe ich keine Seite, dann wieder nur einige Sätze und an einem anderen Tag fast ein ganzes Kapitel.“ Zwischendurch liest sie Mails und Briefe ihrer Fans und Kritiker oder telefoniert mit ihnen. Außerdem sorgt sie für eine aktuelle Homepage samt Gästebuch.
„Wir brauchen einfach den Kontakt zu den Lesern, die uns sagen, dass sie mehr Gefühl oder Liebe im Roman wollen. Einige erzählen, das Nachwort zuerst zu lesen und dass es deshalb nicht wegfallen darf. Oft hören wir auch, dass es ihr erster historischer Roman war, den sie gelesen haben. Und nur, weil er in der Heimat spielt“. Der Drang, immer besser zu werden, sorgt bei Günthers derzeit für etwas Unsicherheit, weil man den Nerv der Leser treffen, nichts wiederholen und spannend bleiben will.
Der zweite Teil von „Sturm der Verdammnis“, den sich die Mühlberger so sehr wünschen, sei schon eine besondere Herausforderung. „Beide Teile müssen zusammen passen, dabei muss der Spannungsbogen vom ersten in den zweiten Teil getragen werden, ohne ein Abklatsch zu werden. Zahlen, Fakten und Handlungen müssen eine logische Folge ergeben“, so die Günthers.

Mona Claus
(Quelle: Lausitzer Rundschau / Elsterwerda / Elbe-Elster-Rundschau)
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